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12 Kommentare | 14. April 2010, Oliver Schmid

Say no to nofollow

Gemäss Wikipedia hat Google das nofollow Tag 2005 selber eingeführt. Ziel war es, Link-Spam in Foren und Blogs zu verhindern.

Sinnvoll wäre es allenfalls um innerhalb der eigenen Website auf Seiten wie Kontakt oder Impressum zu verweisen. Leider wird es kaum so angewendet. Stattdessen wird es von fast allen verbreiteten Blog Systemen, Foren und Wikis automatisch gesetzt. Dadurch wird das Tag über kurz oder lang nichtig.

Wenn Webseitenbetreiber das Ranking bei Suchmaschinen selber zu beeinflussen versuchen kommt nichts Gutes dabei raus!

Kommentare unerwünscht

In Blogs soll das Tag die Spamer abschrecken. Nur – der durchschnittliche „schöner Beitrag“ Spamer weiss davon meist gar nichts. Somit wird kein Spam verhindert.

Was spricht gegen das nofollow Tag in Blogs?

  • Spam wird damit nicht verhindert!
  • Kommentare unerwünscht! Wer aktiv in Blogs kommentiert hat sich das bisschen „Link Juice“ verdient.
  • Das Tag nimmt guten Einträgen die verdiente Aufmerksamkeit
  • Die starke Verbreitung macht das Tag über kurz oder lang überflüssig

Leider kommt auch WordPress mit aktiviertem nofollow Tag daher. Ich hatte fast eine Stunde gebastelt um dies mittels Plugin bei diesem WordPress Blog zu verhindern.

Was mich in meiner Meinung gegen das nofollow Tag bestärkt ist die Tatsache dass die meisten erfolgreichen Blogs wie derjenige der INM AG, Wordweb oder Website Boosting dieses Tag nicht verwenden.

Linktipp

Mit der Firefox Erweiterung Quick SearchStatus lassen sich unter anderem die Links mit nofollow Tag hervorheben.

9 Kommentare | 7. April 2010, Oliver Schmid

Was ist gute Typografie?

Jan Tschichold: Typografie

Die beiden Grundpfeiler guter Typografie

Schrift und vor allem Anordnung nannte der Typograf Jan Tschichold einst die Grundpfeiler guter Typografie. Er schrieb:

„Gute Typografie ist wesentlich ein Ergebnis wohlüberlegter Anordnung. Einer ungeschickten Anordnung helfen selbst die allerschönsten Schriften nichts, aber selbst mit mittelmässig guten Schriften kann man eine gefällige Anordnung treffen.“

Heute kann dank Computer jeder typografisch tätig sein. Der Beruf Typograf ist verschwunden und damit eine Jahrhunderte alte Ausbildung. Wer heute im Bereich Typografie lernen will muss Bücher lesen!

Fehlendes Wissen

Webdesigner und Grafiker haben in der Regel hunderte von Schriften auf ihren Rechnern installiert. Oft fehlt aber das notwendige Grundwissen zu deren Anwendung.

Dies zeigt Beispielhaft die häufig unbedachte Anwendung der Schrift „Frutiger“. Diese Schrift hatte Adrian Frutiger für die optimale Lesbarkeit aus weiter Distanz entwickelt. Also ideal für Plakate und Schilder! Trotzdem wird sie immer wieder in langen Fliesstexten verwendet, ja ganzen Bücher wurden damit geschrieben. Dafür hatte Adrian Frutiger eigentlich die Univers entwickelt. Diese war die erste Schrift ohne Serifen, welche in Fliesstexten annähernd so gut lesbar war wie eine Serifenschrift.

Weitere Fehler sind unter anderem:

  • Erzwungenem Blocksatz, welcher riesige Löcher zwischen den Wörtern verursacht, und die gute Lesbarkeit behindert
  • Zahlreichen Schriften auf ein und der selben Website
  • Alles Fett geschrieben
  • Alles viel zu klein geschrieben
  • Experimente an Buchstabenabständen

Buchstaben dürfen nirgendwo beliebig dicht oder weit auseinander gesetzt werden. Niemals dürfen Kleinbuchsteaben gesperrt werden. Grossbuchstaben müssen hingegen leicht gesperrt werden.

Gute Typografie ist gutem Benehmen verwandt

Alles schreit, alles ist hervorgehoben, alles Fett! Während sich im normalen Leben gewisse Anstandsregel durchgesetzt haben herrscht gestalterische Anarchie. Optischer Lärm wohin das Auge blickt. Oft will Typografie anders aussehen als der Durchschnitt. Ungewöhnliche Anordnungen erfordern viel Können. Der Versuch, etwas zu machen, das man nicht kann, ergibt Kitsch. Typografie ist nicht geeignet für kreative Selbstverwirklichung! Sie dient einzig und allein der Lesbarkeit.

„Die Augen sind hungrig, aber oft schon vor dem Sehen satt.“
– Otl Aicher

Jan Tschichold schrieb: „Die Nachbarn stets mit fetten und „noch grösseren“ Schriften zu übertrumpfen, ist einfach unmöglich, da Grösse der Schrift natürliche Grenzen in Fläche der Anzeigen gesetzt sind und solche Wünsche der Auftraggeber noch schlimmere Schriftgrössen der Konkurrenten in der nächsten Nummer hervorrufen. Wenn alle Inserenten so lebhaft gestikulieren, sieht man keines mehr, und selbst ein wenig empfindlicher Leser wird durch ungezügelte Anzeigen abgestossen.“

Was er wohl heute über das Internet sagen würde? Es gilt: Weniger ist mehr!

„Da keiner leiser reden will als der Nachbar, schreien nun fast alle. Wünschbar ist aber, dass man nur mit Zimmerlautstärke rede, typografisch gesprochen: dass auf fast alle Halbfette verzichtet werde.“ – Jan Tschichold

Buchtipp: Jan Tschichold

Es empfiehlt sich folgendes Buch: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typografie.

11 Kommentare | 30. März 2010, Oliver Schmid

Webdesigner wie Alljahresreifen?

Webdesign Skills: Photoshop, Indesign, Illustrator, Flash, XHTML, CSS, AJAX, PHP...

Alleskönner Webdesigner

Webdesigner Skills sehen meist etwa so aus: „Photoshop, Illustrator, Indesign, Flash, CSS, Ajax, XHTML, ActionScript, JavaScript, PHP, ASP, CFM…..“

Wer alles macht, macht nichts richtig. Es wäre sicher besser, sich auf die eigene Stärke zu fokussieren. Nur so kann man richtig gut werden. Dass ein guter Webdesigner gleichzeitig auch ein guter Programmierer ist kommt in der Praxis äusserst selten vor.

„Viele Webdesigner sind wie Alljahresreifen, sie können zwar alles ein wenig – aber eben nichts so richtig!“

Webagenturen ohne Fokussierung

Sie verkaufen einfach alles: Web-Publishing, Hosting, Texten, Programmierung, Logodesign,  Print, Fotografie, SEO, Social Media Marketing usw.

Besonders unglaubwürdig ist dies bei kleinen Firmen. Webdesigner, System Administrator, Texter, Programmierer, Grafiker und Fotograf sind unterschiedliche Berufe. Um dies alles zu beherschen müsste man eine Genie sein!

Aber auch grössere Firmen tun sich schwer damit. Wir erinnern uns an die alteingesessenen grossen Druckereien, welche trotz riesiger Kundenstämmen mit ihrem Internet Angebot gescheitert sind.

„Schuster bleib bei deinen Leisten!“

Diversifikation ist falsch!

Bei voller Konzentration auf eine Sache wird das Risiko, dass sie scheitert, kleiner.

Die 500 reichsten Menschen (Forbes) wurden ohne Diversifikation reich. Bill Gates mit Microsoft, Sergey Brin und Larry Page mit Google, Carlo Slim mit einem Telekommunikations-Unternehmen und und und…

Zitat Warren Buffett, drittreichster Mensch und bekennender Diversifikations-Gegner:

„Konzentrieren Sie Ihre Investments. Wenn Sie über einen Harem mit vierzig Frauen verfügen, lernen Sie keine richtig kennen.“

„Warum soll ich die zweitbeste Aktie kaufen, wenn ich die beste haben kann?“

6 Kommentare | 25. März 2010, Oliver Schmid

Meetings are toxic

Buch REWORK von 37Signals

Vor kurzem ist das neue Buch REWORK von 37Signals erschienen. Die Firma 37Signals beschreibt sich im ersten Kapitel so:

„Some people consider us an internet company, but that makes us cringe. Internet companies are known for hiring compulsively, spending sidly, and failing spectacularly. That’s not us. We’re small, frual, and profitable.“

In den weiteren Kapitel folgen wichtige unternehmerische Grundsätze welche mit Bildern ergänzt wurden:

  • Planning is guessing
  • Grow grow grow grow grow – why?
  • Avoid long-term contracts, excess staff, meetings…
  • Less is a good thing
  • Focus on what won’t change
  • Meetings are toxic
  • Don’t be a hero
  • Go to sleep
  • Don’t copy
  • Say no by default
  • Hire when it hurts
  • Forget about formal education
  • The best are everywhere
  • Send people home at five
  • ASAP is poison

Ich kann sämtlichen Punkten nur zustimmen, wobei ich selber am „Say no by default“ noch arbeiten muss.

Ich hatte bereits das Buch Getting Real von 37Signals gelesen. Eine auf dem iPhone gut lesbare kostenlose Browser-Version findet sich hier. Ich kann auch dieses Buch absolut empfehlen.

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