Zur Agentur | UX Showcase

11 Kommentare | 30. März 2010, Oliver Schmid

Webdesigner wie Alljahresreifen?

Webdesign Skills: Photoshop, Indesign, Illustrator, Flash, XHTML, CSS, AJAX, PHP...

Alleskönner Webdesigner

Webdesigner Skills sehen meist etwa so aus: „Photoshop, Illustrator, Indesign, Flash, CSS, Ajax, XHTML, ActionScript, JavaScript, PHP, ASP, CFM…..“

Wer alles macht, macht nichts richtig. Es wäre sicher besser, sich auf die eigene Stärke zu fokussieren. Nur so kann man richtig gut werden. Dass ein guter Webdesigner gleichzeitig auch ein guter Programmierer ist kommt in der Praxis äusserst selten vor.

„Viele Webdesigner sind wie Alljahresreifen, sie können zwar alles ein wenig – aber eben nichts so richtig!“

Webagenturen ohne Fokussierung

Sie verkaufen einfach alles: Web-Publishing, Hosting, Texten, Programmierung, Logodesign,  Print, Fotografie, SEO, Social Media Marketing usw.

Besonders unglaubwürdig ist dies bei kleinen Firmen. Webdesigner, System Administrator, Texter, Programmierer, Grafiker und Fotograf sind unterschiedliche Berufe. Um dies alles zu beherschen müsste man eine Genie sein!

Aber auch grössere Firmen tun sich schwer damit. Wir erinnern uns an die alteingesessenen grossen Druckereien, welche trotz riesiger Kundenstämmen mit ihrem Internet Angebot gescheitert sind.

„Schuster bleib bei deinen Leisten!“

Diversifikation ist falsch!

Bei voller Konzentration auf eine Sache wird das Risiko, dass sie scheitert, kleiner.

Die 500 reichsten Menschen (Forbes) wurden ohne Diversifikation reich. Bill Gates mit Microsoft, Sergey Brin und Larry Page mit Google, Carlo Slim mit einem Telekommunikations-Unternehmen und und und…

Zitat Warren Buffett, drittreichster Mensch und bekennender Diversifikations-Gegner:

„Konzentrieren Sie Ihre Investments. Wenn Sie über einen Harem mit vierzig Frauen verfügen, lernen Sie keine richtig kennen.“

„Warum soll ich die zweitbeste Aktie kaufen, wenn ich die beste haben kann?“

11 Antworten zu “Webdesigner wie Alljahresreifen?”

  1. Als Webdesigner sehe ich mich eher als Mittelsmann. Für kleine Projekte mit schmalem Budget reichen die eigenen Fähigkeiten meist aus. Bei grösseren Projekten muss man aber seine eigenen „Fähigkeitslücken“ unbedingt mit Spezialisten füllen. Dabei ist man meiner Ansicht nach als „alles, aber nichts richtig Könner“ fürs Koordinieren gut geeignet da man die verschiedenen Webdesign-Bereiche kennt.

    Weder Programmierer, Administratoren, Texter, Grafiker oder Fotografen können alleine gute Webseiten machen. Dafür braucht es den Webdesigner, der das ganze zusammenfügt und den Überblick hat.

  2. @Stefan Amport Danke für dein Kommentar. OK, für die Beauftragung braucht es bereits ein gewissen Fachwissen. Ein Vermittler kann da vielleicht helfen. Mir persönlch hat aber genau diese Vermittler Rolle nie gefallen! Man muss für Fehler gerade stehen und hat unsichtbare Aufwände die ungern bezahlt werden.

  3. Guter Artikel. Du nimmst mir das Wort aus dem Munde. Ich für meinen Teil widme mich dem was ich am besten kann schnuppere aber gerne mal in anderen Bereichen. Meistens interessieren mich diese Dinge dann schon nach wenigen Tage nicht mehr.

    Früher habe ich alles selbst machen wollen. Weil ich glaubte, dass es nur dann richtig gemacht wird. Die Erfahrung zeigte mir aber, dass Outsourcing gar nicht so schlecht ist. Vorausgesetzt man hat die richtigen Partner.

  4. Danke :-) Es ist schon schwierig im Bereich Webdesign immer auf dem neusten Stand zu sein. Um Druckverfahren, Pantonezeug, Photoshootings und komplexe Programmierung kann man sich da nicht auch noch kümmern.

  5. Yannick sagt:

    Das komplizierte an der Sache ist das man eben meistens alles können muss um erst mal Fuss zu fassen ;)

    lg, ys

  6. Um Fuss zu fassen ist eine WebPublisher Position nicht schlecht. Hier lernt man alle Bereiche ein wenig kennen und kann so herausfinden was man kann/mag und was nicht. Später sollte man sich aber auf etwas spezialisieren.

    Auf ein Stelleninserat dass ein Photoshop und PHP Profi in einer Position sucht würde ich mich nicht bewerben. Solch eine Firma kann man nicht ernst nehmen.

  7. “Photoshop, Illustrator, Indesign, Flash, CSS, Ajax, XHTML, ActionScript, JavaScript, PHP, ASP, CFM…..”

    Du hast noch vergessen Java, Datenbanken und CMS zu erwähnen, außerdem fehlt noch SEO & SEM ;o))

  8. Hehe… ja und Microsoft Word, PowerPoint und Excel ;-)

  9. Markus sagt:

    Guter, knapper Artikel! Ich vertrete diese Meinung schon länger und konzentriere mich in meiner eigenen Arbeit auf einen sehr spezifischen Bereich (der aber auch immer weiter ausufert und weitere Spezialisierung innerhalb erfordert (wer gegenwärtig Suchmaschinenoptimierung – richtig – betreibt kann davon ein Lied singen. Lachen muss ich über alle Agenturen/Freelancer etc. die dies aber pauschal in ihrem Leistungskatalog schreiben.).
    Bei meiner Suche nach weiteren Spezialisten (vorrangig Freelance), die unser Team unterstützen, fällt mir dieses Problem immer wieder auf: Die meisten machen „alles“ – ob aus wirtschaftlichen Zwängen oder Selbstüberschätzung? Ich weiß es nicht. Die Suche allein nach einem guten Webgrafiker (keinem Webentwickler), dem man nicht erst die Grundlagen von – Typografie, Gestaltung, Usability (ein riesiger Bereich für Spezialsierung!) und der Umsetzbarkeit in CSS/HTML (das macht wiederum der Spezialist Web-Entwickler bei uns) „beibringen“ muss, gestaltet sich wie die Suche nach der Stecknadel … ;)
    Langer Rede kein Sinn … Ich bin für Spezialisierung und würde mich gerne nur mit Spezialisten umgeben :)

  10. @Markus danke für deinen ausführlichen Kommentar :-)

    Ich denke die meisten machen „alles“, weil sie fälschlicherweise denken, je grösser das Angebot desto mehr Aufträge. Einige scheuen sich davor, einen Entscheid zu fällen und schwanken dann zwischen verschiedenen Bereichen hin und her. Vielleicht können sie sich auch selber schlecht einschätzen und wissen nicht worin sie „gut“ und worin sie „schlecht“. Besonders das „schlecht“ gesteht man sich selber ungern ein.

  11. Markus sagt:

    @Oliver: Ja, das ist richtig. Interessanter Aspekt mit dem „schlecht einschätzen“. Auch richtig: tendentiell „Überschätzung“. Deshalb würde ich mir wünschen, dass viele solche Blogbeiträge lesen und sich über das Grundproblem Gedanken machen. Ich bin aus eigener Erfahrung ebenfalls fest davon überzeugt, dass gute Leistung sehr wohl Abnehmer findet, aber Mittelmaß recht schnell auf der Strecke bleibt.
    Allein die Suche auf XING nach Dienstleistern/Freelancern gestaltet sich echt nervig: Da steht – wie Du sagst – neben AJAX, Photoshop, Flash auch noch Excel und Powerpoint … und dann ein Blick aufs schlecht freigestellte Profilbild mit Webcam … puh :)

Einen Kommentar schreiben

Folge uns per Twitter | Facebook Fan werden
© 2010 by Webgarten GmbH, Haldenstrasse 5, CH - 6340 Baar, Schweiz, +41 (0)41 500 07 67