
Google hat längst bestätigt, dass die Geschwindigkeit einer Webseite nun auch ein Faktor für die Platzierung einer Website im Suchergebnis ist. Zudem hat Google eine eigene Firefox Erweiterung (Google Page Speed) für Firebug herausgegeben, welche den Programmierer bei der Optimierung helfen soll. Gut möglich, dass dieser Faktor noch an Einfluss gewinnen wird. Gemäss dem Chef Technicker der Firma Blaze Software sei Google bezüglich Geschwindigkeit absolut fanatisch.
Auch wenn der Geschwindigkeitsunterschied vielleicht nicht direkt bemerkt wird, so bleibt einem eine schnelle Website unbewusst doch in besserer Erinnerung und man besucht sie gerne wieder. Technisch gesehen braucht eine optimierte Website weniger Server Ressourcen und verursacht weniger Traffic.
Meine Erfahrung mit Speed Optimierung?
Kürzlich habe ich die Website der Webagentur Webgarten (ruhig mal testen) neu erstellt. Da Design und Inhalt übernommen wurden konnte ich mich voll auf einen sauberen, zeitgemässen und speed optimierten Code konzentrieren. Danach war die Website 2x schneller beim ersten Aufruf und 20x schneller beim zweiten Aufruf (gemessen mit PageTest). Am Server wurde nichts verändert. Hier meine Tipps:
- Geschwindigkeit hängt nicht vom CMS ab. Wer eine wirklich schnelle Website will muss eine Cache Erweiterung verwenden. Diese produziert regelmässig ein statisches HTML File aller Seiten. Dieses wird dann beim Aufruf der Webseite angezeigt. Dadurch wird das langsame “on the fly zusammenbauen” der Website verhindert. Die Website wird massiv schneller und benötigt weniger Rechnerleistung.
- Progressive Enhancement: Nutzer neuer Browser sollen von neuen Funktionen profitieren können solange diese auf alten Browsern keine funktionalen Probleme verursachen. Ich verwende HTML5, welches einige kürzere Tags zulässt.
- Um unnötige Requests zu vermeiden verwende nur je ein JavaScript und CSS File. Im HTML Code sollen alle Kommentare und Umbrüche entfernt werden. Zudem sollte man das CSS komprimieren.
- JavaScript und CSS sollten auf der Seite nur eingebunden werden, wenn diese wirklich benötigt werden. Es macht keinen Sinn, wegen eines Formulars die ganzen CSS Anweisungen auf allen Seiten zu laden. Auch ein JS Framework wie jQuery muss nur dann geladen werden, wenn es auch gebraucht wird!
- Optimierung mit Google Page Speed. Einfach die Seite mit dem Plugin testen und den Anweisungen folgen. Hier kann einiger Aufwand anfallen. Alle Punkte müssen am Ende grün sein!
- Testen mit PageTest
- Überwachen mit Google Webmasters Tools
Werden die Kunden für all den Aufwand bezahlen?
Bei meiner Site habe ich wohl etwa 2 Tage für Speed Optimierung eingesetzt. Bei komplexeren Projekten kann der Aufwand sogar noch wesentlich grösser werden. Insbesondere die Cache Erweiterung kann in Kombination mit anderen Erweiterungen Probleme verursachen.
Oft findet der Kunde seine eigene Website bereits schnell, denn diese ist intern längst gecached oder die Website liegt sogar auf einem Server innerhalb des eigenen Firmennetzwerk.
Soll man den Aufwand trotzdem betreiben? Ja, ich denke man sollte es dem Kunden als Option offerieren. Will er über die Website Umsatz generieren wird er wohl künftig darum nicht herumkommen. Ist die Website nur da um die Adresse nachzuschlagen benötigt er sicher keine Speed Optimierung. Was denkt ihr darüber?
